Wir präsentieren: nachhaltige Alternativen!
„Weniger kaufen, aber wertiger und anders als bisher“
Die Folgen der Fast Fashion sind gravierend: Überproduktion, Verschwendung und verheerende Auswirkungen auf die Lebensbedingungen und Umwelt. Dabei gibt es inzwischen Alternativen für uns als Verbraucher. Slow Fashion bedeutet keineswegs auf Mode verzichten, sondern smartere Entscheidungen treffen, indem wir auf Nachhaltigkeit und Menschenverstand setzen. Je weniger wir neu kaufen, umso geringer belasten wir die Umwelt durch unsere Kleidung.
*Ein Kernbestand an Kleidung ist eine gezielte Auswahl an zeitlosen, vielseitigen, gut kombinierbaren und vor allem hochwertigen Basics. So lassen sich aus eher wenigen Kleidungsstücken unterschiedliche Looks kreieren (nach dem Konzept von Marjorie Recorbet in „Première Impression“). Dies bedeutet konkret, dass wir weniger Kleidungsstücke besitzen, aber gekonnt auswählen: zusammenpassende Farben, einfache Schnitte und nachhaltige Teile, die zu verschiedenen Anlässen tragbar sind. So sparen wir Zeit, vermeiden Impulskäufe und zeigen nicht nur Verantwortung als Verbraucher, sondern auch Persönlichkeit mit einem eigenen Stil.
Tragen, was wir schon haben, und zudem minimieren
Die erste Alternative besteht darin, weniger zu kaufen und das zu tragen, was wir schon im Schrank haben.
Einen Überblick verschaffen und aussortieren: Erst einmal überprüfen, was wir alles an Garderobe besitzen. Dabei entdecken wir oft vergessene Schätze und schaffen zudem Platz.
Vor jedem Kauf den „GRUSS“-Check durchführen: Mit den folgenden Fragen (nach der „BISOU“-Methode von Marie Duboin Lefèvre und Herveline Verdeken) lassen sich Impulskäufe meist vermeiden. Brauche ich das wirklich oder ist es Gier? Ist es die richtige Entscheidung, muss ich das kaufen oder geht es auch anders? Welchen Ursprung hat das Kleidungsstück, ist die Produktion mit meinen Werten zu vereinbaren? Schon ein ähnliches Teil bei mir zuhause? Ist es sinnvoll, werde ich es wirklich tragen?
Minimalismus: Einen Kernbestand an Kleidung* zusammenstellen, der aus zeitlosen und gut kombinierbaren Teilen besteht. Das erspart Neukäufe, und unsere Mode bleibt trotzdem stylish.
Stilberatung: Lernen wir uns selbst besser kennen und was uns steht. So vermeiden wir überquellende Kleiderschränke und die seltsame Vorstellung, dass wir „nichts mehr zum Anziehen“ haben. Wenn wir unsere Körperformen, unseren Farbtyp und unseren eigentlichen Stil verinnerlichen, können wir eine gelungene Zero-Waste-Garderobe aus hochwertigen Teilen zusammenstellen, die unser Wesen zur Geltung bringt.
Kleidung länger tragen
Wer seine Kleidung pflegt, hat länger davon und verringert seinen CO2-Fußabdruck.
Richtig waschen: Bei niedriger Temperatur (30 oder 40 °C), Öko-Waschmittel verwenden und möglichst zum Trocknen an der Luft aushängen. So sparen wir Stoff und Kleidung.
Ausbessern: Wenn ein Kleidungsstück Schaden nimmt, können wir es meist ausbessern, statt es wegzuwerfen. Einen Knopf annähen oder eine Naht schließen kann man ganz einfach selbst, und mit komplizierteren Ausbesserungen können wir uns an ein Nähatelier oder ein Fachgeschäft wenden (siehe Liste unten). Über Initiativen wie den Repair Cafés können wir auch lernen, Kleidung selbst auszubessern, übrigens oft kostenlos und in gemütlicher Runde. Ein Repair Café in deiner Nähe findest du über das Netzwerk Repair Together.
Upcycling: Diese Alternative besteht darin, ein beschädigtes oder aus der Mode gekommenes Kleidungsstück in einen anderen Gebrauchsgegenstand zu verwandeln oder zu einem neuen Stil umzugestalten. So hat es weiter seinen Nutzen und setzt auch noch deine kreative Ader frei!
Eine Garderobe mit „Wanderteilen“
Wir können unsere Garderobe günstig erweitern, indem wir auf alternativen Beschaffungswegen für mehr Abwechslung sorgen und regelmäßig „neue“ Teile zur Hand haben, ohne sie zu besitzen. Sharing und Kreislaufwirtschaft sind hier die Zauberwörter.
Mieten und ausleihen: Ideal für besondere Anlässe (Partys, Hochzeiten, Wintersport …). So haben wir vorübergehend das passende Teil, ohne es kaufen zu müssen und dann die längste Zeit des Jahres sinnlos im Schrank hängen zu haben.
Tauschen und trödeln: Wir können an Trödelverkäufen oder Tauschringen teilnehmen oder ganz einfach spontan mit Bekannten Kleider tauschen, um unseren Style aufzufrischen, ohne dadurch die Umwelt zu belasten.
Spenden: Was wir nicht mehr tragen, können wir weitergeben, sofern es intakt ist. Auch so machen wir Kleidungsstücke länger tragbar. Hierzu stehen Kleidercontainer und soziale Sammelstellen bereit.
Secondhand kaufen
Diese Alternative ist natürlich sehr zu begrüßen, weil dadurch Rohstoffe gespart werden und bestehende Produkte eine längere Lebensdauer haben.
Secondhand-Läden: Sie bieten eine bunte Auswahl, oft an hochwertiger Kleidung zum kleinen Preis.
Anbieter aus der Sozial- und Solidarwirtschaft: Mit dem Kleiderkauf in Geschäften wie denen von Terre, Les Petits Riens oder Oxfam unterstützen wir Initiativen, die in mehrerer Hinsicht Positives bewirken, unter anderem durch die berufliche Eingliederung benachteiligter Zielgruppen.
Verantwortungsbewusst und ethisch kaufen
Wenn wir unbedingt etwas Neues kaufen müssen, sollten wir Verantwortung zeigen und auf sozial oder ökologisch engagierte Marken setzen.
Natürliche und nachhaltige Stoffe: Indem wir Kleidungsstücke aus natürlichen oder recycelten Materialien wählen, wie Leinen, Hanf oder recycelte Baumwolle, schonen wir die Umwelt.
Tauschen und trödeln: Höherwertige Kleidung hat eine längere Lebensdauer und ist somit nachhaltiger. Öko-Label und Ethik-Gütezeichen helfen uns, Produkte zu wählen, die gewisse soziale und ökologische Normen erfüllen. Label wie Fairtrade, GOTS oder Fair For Life beispielsweise bieten die Garantie, dass keine Kinderarbeit im Spiel war und fairere Löhne gezahlt werden.
Lokale Produktion: Wenn wir Marken wählen, die ihre Produkte in Europa oder gar lokal herstellen, verringern wir die Umweltbelastung durch Transporte und unterstützen transparentere Wirtschaftswege.
Möchtest du mehr erfahren?
Schau dir unsere Informationsquellen an!
Sortieranleitung
Abfuhrkalender
Réussir ma garde-robe ZD
Campagne Recycle ton style
Fédération Ressources
Terre ASBL
Oxfam
Acteurs de la slow fashion
Vidéo Recycle ton style
Diese Liste ist nicht vollständig.
Wenn du der obigen Liste eine Alternative hinzufügen möchtest oder einen Fehler entdeckt hast, melde dich bei uns!